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Herzensprojekt zum Studienabschluss

Tobias Ehl aus Scheibenhardt hat sich bei seiner Masterarbeit nicht auf die graue Theorie beschränkt

Von Monika Bögelspacher

Scheibenhardt. Beim Grenzübergang Scheibenhardt steht dieser Tage das Tiny House (zu Deutsch: Winziges Haus) von Tobias Ehl. Es fehlt nur noch die Stufe zum Eingang. Was es mit dem Häuschen auf sich hat und wie es mit ihm nun weitergehen soll.

Tobias Ehl mit seinem Tiny HouseDas Tiny House war ein Herzensprojekt zum Abschluss von Ehls Bauingenieursstudium am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und zugleich das Thema seiner Master-Arbeit „Leitlinien zum Bau eines Tiny House“. Eigentlich hätten dafür Projektbeschreibung, Pläne und Statik gereicht, doch der junge Ingenieur wollte es ganz genau wissen: „Theorie war Pflicht, die Praxis eine Kür“, der er sich gern stellte.

Beruflich arbeitet der 30-Jährige inzwischen als Partner eines Neustadter Bauingenieur-Büros, das sich unter anderem mit Denkmalschutz beschäftigt und derzeit die Restaurierung einer Bogenbrücke beim Heidelberger Schloss betreut. Die Umsetzung des Tiny-House-Projekts musste daher in der Freizeit geschehen – was eine zeitliche Herausforderung war. „Mein Plan war gut, der Grundaufbau ging zügig, aber der Innenausbau war aufwendiger als gedacht“, sagt Ehl. Insgesamt dauerte es mit Unterbrechungen eineinhalb Jahre.

Gebaut hat der Ingenieur schon immer: In seiner Kindheit mit Lego-Steine, als Jugendlicher Baumhäuser im elterlichen Garten und vor zwei Jahren sanierte er dann gemeinsam mit seinen beiden Brüdern ein größeres Haus. Bei seinem neuesten Projekt hat er das komplette Holzhaus mit 27 Quadratmetern Fläche selbst gefertigt. Gleich hinter dem Eingang liegt ein geräumiger Wohnraum mit integrierter Küche. Hier ist auch schon der sanfte Duft von Holz zu erschnuppern. „Das machen die Baumaterialien: Fichtenholz sorgt für das angenehm heimelige Raumklima“, erklärt Tobias Ehl.

Seniorenbeirat: Beliebte Angebote

Scheibenhardt. Die Lautergemeinde Scheibenhardt hat einen Seniorenbeirat mit zehn aktiven Mitgliedern. Unter der Ägide der Vorsitzenden Karin Stephany wurde ein Programm auf die Beine, auf das so mancher Verein in größeren Gemeinden stolz sein könnte: Das wöchentliche Fitness-Angebot im Bürgerhaus wird gut angenommen, auch Nachbarschaftshilfe wird organisiert und ein Rentnerstammtisch, der einmal im Monat stattfindet, ist immer wieder gut besucht. Das deutsch-französische Picknick findet ebenfalls großen Anklang, genau wie Seniorenausflüge und Filmabende. Darüber hinaus wurde eine WhatsApp-Gruppe eingerichtet, die sich „Scheiweda Dorffunk“ nennt mit der rasch Informationen weitergegeben werden können.fh

Quelle: RHEINPFALZ, Ausgabe " Germersheimer Rundschau" vom 30.12.2025

Kita-Umbau rückt näher

Sanierung und Erweiterung der Kita Sonnenschein in Scheibenhardt geplant

Von Fritz Hock

Scheibenhardt. Die Genehmigungen liegen vor: Der Kindergarten Sonnenschein in Scheibenhardt soll modernisiert und erweitert werden. Die Kosten liegen höher als zunächst geplant.

Die Sanierung und Erweiterung des Kindergartens Sonnenschein in Scheibenhardt rückt näher. Sowohl das Bauvorhaben selbst als auch die geplante Containeranlage für die Übergangsbetreuung der Kinder sind genehmigt. Wenn alles nach Plan verläuft, kann im kommenden Jahr mit den Arbeiten begonnen werden. Seit dem Sommer 2024 darf sich die Einrichtung offiziell Elysée-Kita nennen – ein Hinweis auf die enge Verbindung zur französischen Nachbarschaft.

Förderanträge können gestellt werden
Ortsbürgermeister Thomas Ehl (CDU) informierte den Gemeinderat darüber, dass die inzwischen vorliegenden Kostenberechnungen von rund 2,3 Millionen Euro ausgehen. Damit liegen sie etwa 245.000 Euro über den ursprünglichen Schätzungen. Als Gründe nannte Ehl unter anderem gestiegene Baukosten sowie detailliertere Planungen, die inzwischen vorliegen. 

Auch Projektleiter Edwin Diesel bestätigte, dass nun eine belastbare Grundlage für die weitere Umsetzung gegeben sei.

Mit den genehmigten Planungen können nun die Förderanträge bei Kreis und Land gestellt werden. Ohne Zuschüsse ist das Projekt für die Ortsgemeinde finanziell nicht realisierbar. Parallel dazu wird die Umsetzung vorbereitet: Bereits im Januar soll die Containeranlage ausgeschrieben werden, im April folgen die Ausschreibungen für die Sanierung und Erweiterung des Kindergartens.

Ortsbürgermeister Ehl berichtete, dass man mit dem Architekturbüro monatlich eine Online-Sitzung abhalte. In diesem Zusammenhang dankte Ehl seinem Amtsvorgänger Edwin Diesel für die tatkräftige Unterstützung des Vorhabens.

Quelle: RHEINPFALZ, Ausgabe " Germersheimer Rundschau" vom 20.12.2025

 

Brückenfest: Kulinarik und Musik beiderseits der Lauter

brückenfest 2025Scheibenhardt. Zu einem kulinarischen und musikalischen Brückenschlag geriet am Wochenende auch die 27. Auflage des Brückenfestes, das die Ortsgemeinde Scheibenhardt wie in den Vorjahren zusammen mit ihrer elsässischen Nachbargemeinde Scheibenhard ausrichtete. Die Festmeile spannte sich wieder über die Lauterbrücke bis weit in die beiden Dörfer hinein. Fliegende Händler hatten ihre Verkaufsstände aufgebaut, und auch die Vereine aus beiden Orten mischten wieder kräftig mit. Bei der Festeröffnung am Samstagnachmittag verwiesen die Bürgermeister Gérard Helffrich (Scheibenhard) und Thomas Ehl (Scheibenhardt) auf den verbindenden Charakter der grenzüberschreitenden Veranstaltung. Für Musik sorgte am Samstagabend auf deutscher Seite die Gruppe Saftwerk, auf französischer Seite spielten Armand Gabriel und die Rosystars. Rund 300 Menschen, so schätzt Ehl, verfolgten am Sonntagmorgen den ökumenischen Gottesdienst auf der Lauterbrücke. Ehl zeigt sich sehr zufrieden mit dem Verlauf des Brückenfestes und dankt allen Mitwirkenden auf beiden Seiten.fh

Quelle: RHEINPFALZ, Ausgabe " Germersheimer Rundschau" vom 03.06.2025

Schweißtreibende Grenzerfahrung

Kriminalität kennt keine Grenzen – deshalb arbeiten Polizei und Gendarmerie in Südpfalz und Elsass seit Jahren eng zusammen, gehen regelmäßig gemeinsam auf Streife und tauschen Ermittlungsansätze aus. Wie wichtig der persönliche Kontakt ist, zeigt ein Besuch im deutsch-französischen Doppeldorf Scheibenhard(t).

Von Jörg Schmihing
 

hiwwe wie driwwe 1Scheibenhardt. Einige Meter dies- und jenseits dieser Brücke ist die deutsch-französische Welt an diesem Samstagnachmittag in allerbester Ordnung: Am französischen Ufer der Lauter stößt man mit Crémant an, Spießbraten brutzelt auf dem Grill. Auf der deutschen Seite des Flüsschens gibt’s Bier, Schorle und Dampfnudeln. Am Himmelfahrtswochenende ist Brückenfest in Scheibenhard und Scheibenhardt, das 27. inzwischen. Wohl nirgendwo sonst in der Region ist Dorfleben „hiwwe wie driwwe“ so verwoben und verwachsen wie hier an der Schnittstelle von Kreis Germersheim und Département Bas-Rhin.

Bei der Eröffnung der gemeinsamen Traditionsveranstaltung lässt sich viel darüber lernen, was in Europa wirklich gut funktioniert. Gérard Helffrich, Bürgermeister des elsässischen Ortsteils, erinnert an den vor Kurzem gefeierten 80. Jahrestag der Befreiung des Grenzdörfchens am Ende des Zweiten Weltkriegs und rühmt die seitdem gewachsene deutsch-französische Freundschaft. Thomas Ehl, Ortsbürgermeister der südpfälzischen Gemeinde, tut das auch – vielleicht mit einer Spur Pathos weniger als sein Amtskollege.