Nikolaus mit Musik und Krampuslauf
Der Krampusbrauch war ursprünglich in ganz Österreich verbreitet und wurde dann in der Zeit der Inquisition verboten, da es bei Todesstrafe niemandem erlaubt war, sich als teuflische Gestalt zu verkleiden.
Die „Krampusse" sind männliche Gestalten und ähneln in ihrem Aussehen dem Teufel ebenso wie mystischen Tiergestalten. Sie tragen Kostüme aus Schaaf- oder Ziegenfellen, einen Rossschweif oder Kuhschwanz und eine Weidenrute sowie einen Ledergürtel mit großen Glocken. Die großen, oft kostbaren Holzmasken aus Zirben- oder Lindenholz zeigen teuflische oder animalische Züge. Hörner von Ziegen, Schafböcken, Kühen oder selten sogar von Steinböcken krönen die Masken. Auf dem Rücken tragen sie eine sogenannte Butte (bairisch „Kraxn“), in dem – der Sage nach – böse Kinder mitgenommen werden. Sie sind eine grölende, drohende und pfauchende Meute, die immer unerwartet und plötzlich auftauchten, durch die Gassen rasen und ebenso schnell wieder verschwinden. Oft werden sie auch als Horde auf einem großen Hänger, der von einem Traktor gezogen wird, auf den Dorf- oder Hauptplatz gefahren, wo eine Menge Schaulustiger wartet. Mit Ketten und Peitschen bewaffnet, rasseln und schlagen die Krampusse wild um sich. Das laute Klingen der „Rollen“ soll angeblich die bösen Winter-Geister vertreiben. Zu diesem Spiel gehört, dass das Publikum – besonders die jungen Mädchen – die Krampusse neckten, reizen und verspotten um dann kreischend und schreiend davonzulaufen ohne erwischt zu werden.
