1871 wird in Scheibenhardt die erste Löscheinheit gebildet – Zum Jubiläum gibt es Geschenke und viel Lob

von Fritz Hock

SCHEIBENHARDT. Gut aufgestellt und bestens ausgerüstet präsentiert sich die Freiwillige Feuerwehr im Grenzdorf Scheibenhardt zu ihrem 155-jährigen Jubiläum.

das neue loeschfahrzeugSeit Bildung der ersten Löscheinheit 1871 haben sich die Wehrleute in Scheibenhardt für ihre Mitbürger eingesetzt. Heute sei die Feuerwehr eine tragende Säule des Dorfes, deren Aktivitäten nicht mehr wegzudenken seien, lobte deshalb auch Bürgermeisterin Iris Fleisch von der Verbandsgemeinde Hagenbach als Dienstvorgesetzte der Wehrleute. Zum Festakt am Sonntagnachmittag, 28. Juni, bei Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke, waren auch Abordnungen von anderen Wehren gekommen.

Die Feuerwehr Scheibenhardt, bis Ende der 1990er Jahre im Spritzenhaus bei der Bushaltestelle untergebracht und seitdem am Festplatz beim Bürgerhaus daheim, sei heute bestens ausgerüstet, betonten auch der örtliche Wehrführer Christian Müller und sein Stellvertreter Dominik Ehl. Es gebe auch zwei Fördervereine, die die Arbeit der Wehr unterstützen. Einer davon konnte am selben Wochenende sogar sein 40-jähriges Bestehen feiern. Und sehr glücklich sei man über die gute personelle Aufstellung von den Bambinis über die Jugendfeuerwehr bis hin zur aktiven Löschmannschaft, deren Angehörige in einer kurzweiligen Video-Show einzeln vorgestellt wurden.



Personelle Probleme mit dem Nachwuchs gibt es anscheinend nicht, denn die Bambinis, also Nachwuchswehrleute im Alter von sechs bis zehn Jahren, waren es, die zum Feuerwehrjubiläum ein ganz besonderes Geschenk im Empfang nehmen durften. Zusammen mit ihrer Betreuerin Katharina Gabriel zeigten die Feuerwehrfüchse schon technisches Geschick im Zusammenbau einer Spritzeneinheit, rückten mit ihren Bobby-Cars symbolhaft zu einem Einsatz aus und machten schließlich ganz große Augen, als man ihr Geschenk enthüllte. Ein Mini-Feuerwehrfahrzeug, das zwar von Hand gezogen werden muss, aber mit vielen Geräten ausgestattet ist, an denen die Bambinis künftig üben können.

Dass dies angeschafft werden konnte, ist vielen Sponsoren zu verdanken, die eine Spendensumme von 12.000 Euro aufgebracht haben. Den Löwenanteil stiftete die Badische Beamtenbank (5000 Euro), aber vier Feuerwehrleute wie Dominik Ehl, Steffen Diesel, Sylvain Schmaltz und Christian Müller hatten viele Stunden ihrer Freizeit geopfert, um das „Einsatzfahrzeug der Bambini Scheibenhardt“ auszustatten.

Offiziell vorgestellt wurde auch die „First-Responder-Einheit“ mit acht Wehrleuten. In Notfällen vor Ort kann diese hinzugerufen werden, um erste Hilfsmaßnahmen einzuleiten. Die „Scheiweda-Feuerwehr“ erwies sich am bisher heißesten Wochenende seit Menschengedenken als eine Gemeinschaft, die im dörflichen Leben nicht wegzudenken sei, wie Ortsbürgermeister Thomas Ehl sagte. Man sei stolz auf das, was sie für Scheibenhardt leiste. Und Landrat Martin Brandl lobte die „besondere Wehr in einem doch eher kleinen Dorf“ mit den Worten: „Es ist schon sensationell, was ihr hier auf die Beine gestellt habt!“ Einzig enttäuscht waren die Besucher in den frühen Morgenstunden des Dienstag. Zum Abschluss des Festes war nämlich noch Public Viewing mit dem WM-Ausscheiden der deutschen Elf angesagt!

Quelle: RHEINPFALZ, Ausgabe " Germersheimer Rundschau" vom 06.07.2026