Beim Tanzkränzchen hat es gefunkt
Scheibenhardt: Heute feiern Hildegard und Adolf Schmitt Diamantene Hochzeit – Zweimal täglich eine Suppe für den Lieben
Hildegard und Adolf Schmitt sind seit 60 Jahren ein Ehepaar. Die Beiden kennen sich aber weitaus länger, sie drückten schon gemeinsam die Schulbank. Weil es beim Tanzkränzchen mit süßen 18 Jahren funkte, feiern sie am heutigen 2. Mai ihre Diamantene Hochzeit.Noch bevor sie den Bund fürs Leben schlossen, bauten sie sich ihr Zuhause, das im Krieg zerstörte Elternhaus von Hildegard in der Hauptstraße 12, auf. Adolf, der zunächst in einem Baugeschäft in Berg, später als Zimmermann in Karlsruhe arbeitete, brachte die nötigen Erfahrungen mit und nahm einen großen Teil des Hausbaus selbst in die Hand. In den Stallungen, in denen früher stets zwei Kühe und Schweine standen, sitzt heute Holz. Das ofengerechte Spalten ist inzwischen Adolfs Freizeitbeschäftigung, denn seine Frau möchte ihren Holzofen in der Küche nicht missen. Der Nutztierbestand ist inzwischen auf fünf Hühner geschrumpft. „Sie sind unsere Resteverwerter und legen täglich fünf frische Eier“, erklärt die Seniorin. Vieles hat sich in 60 Jahren Ehe verändert, eine Gepflogenheit ist geblieben: „Zweimal täglich will mein Mann seine Suppe“, verrät Hildegard und der Jubilar rechtfertigt seine Vorliebe: „Durch meine frühere Arbeit im Freien hat mir eine Suppe vorweg immer gut getan.“ Früher engagierte sich der Senior in örtlichen Vereinen wie im Angelsport- und Fischzuchtverein, in dem er etliche Jahre zweiter Vorstand war. „Im Musikverein spielte ich 15 Jahre Posaune“, erinnert sich Adolf. Hildegard verkünstelte sich gerne mit dem Sticken von Gobelin-Kissen und Bildern. Viele Jahre bauten die Schmitts Spargel an. „Einmal hatten wir 30 Ar zu bewirtschaften“, erzählt Hildegard. Auch heute arbeiten die beiden noch gerne im Freien: in ihrem Garten oder auf dem Feld. „Im letzten Spätjahr haben wir 15 Obststeigen mit Äpfel geerntet und daraus Apfelwein gemacht“, berichtet Adolf Schmitt. Ihre Arbeit haben die Schmitts immer gerne gemeinsam gemacht. „Früher war Hildegard meine Beifahrerin, wenn der Traktor den Hof verließ“, erzählt Adolf und letzte Woche hätten sie zusammen Bäume geschnitten. Trotz einiger gesundheitlicher Einschränkungen gehen die beiden ihren häuslichen Pflichten nach. „Wir wünschen uns, dass wir uns noch lange selbst versorgen können“, betont das Jubelpaar - wohl wissend, dass die drei Kinder und fünf Enkelkinder die in Scheibenhardt, Hagenbach und Offenbach wohnen, da sind, wenn sie gebraucht werden. (arne)
Quelle: DIE RHEINPFALZ, Pfälzer Tageblatt - Ausgabe Rheinschiene, Donnerstag, den 02. Mai 2013