Schnelles Internet über Funk
Berg: Skytron Communications informiert über Möglichkeiten in Berg, Scheibenhardt und Neuburg
Berg und Neuburg sollen bis spätestens Ende Mai mit schnellem Internet versorgt sein. Realisiert wird dies mittels Funktechnik. Scheibenhardt soll bis zum dritten Quartal dieses Jahres folgen. Darüber informierte das Unternehmen Skytron Communications aus dem badischen Karlsbad am Donnerstag in Berg. Schwieriger wird die Anbindung der Bienwaldmühle.Skytron hat den Zuschlag erhalten, weil hohe Datenraten zugesichert werden und der Preis mit 115.000 Euro unter den Kosten für eine kabelgebundene Lösung liegt. 35 Prozent der Kosten übernehmen die Ortsgemeinden Berg, Neuburg und Scheibenhardt, der Rest kommt aus Fördermitteln. Eine DSL-Lösung hätte etwa eine halbe Million verschlungen. Die Gemeinde Berg ist derzeit unterschiedlich gut ans Internet angebunden, erklärt Ortsbürgermeister Günther Roitsch. Vereinzelt sind über die Telekom DSL-Anschlüsse bis zu 16 Megabit je Sekunde (Mbit/s) möglich, oft aber auch nur Anschlüsse mit 768 Kilobit je Sekunde (Kbit/s) . An manchen Anschlüssen ist nur das sogenannte DSL-Light verfügbar, auch als Dorf-DSL bekannt. Hier werden nur 384 Kbit/s beim Empfang der Daten erreicht, 64 Kbit/s beim Senden. In Scheibenhardt gibt es 384er- und 768er-Leitungen, so Ortsbürgermeister Edwin Diesel. Der neue Dienst von Skytron nennt sich „xDFL 2“ und verspricht je nach Tarif Geschwindigkeiten bis zu 25 MBit/s beim Datenempfang und fünf MBit/s beim Senden. Das Signal wird dabei vom Berger Wasserturm verbreitet. Hier wartet Skytron noch auf die Freigabe der Statiker, um die Antennentechnik anzubringen. Zum Wasserturm kommt die Internetanbindung per Richtfunk aus Karlsruhe, wo ein Skytrone-Partner Signale ins Datennetz weitergibt. Trotz dieser Zwischenschritte sollen auch Anwendungen wie Onlinespiele möglich sein.
Wer das System nutzen will, braucht eine Antenne, die außen am Haus installiert wird. Von dort führt ein Netzwerkkabel nach innen. Über eine zwischengeschaltete Stromversorgung geht es zum Router und – wenn gewünscht – zu einer Basis-Station für DECT-Telefone. Diese Hardware wird bei einem Vertragsabschluss gestellt, teilte Holger Witt, technischer Leiter bei Skytron, mit. Bei einem Defekt werden die Geräte getauscht. Für Service und die Installation der Antenne, sowie die Kabelführung ins Haus werden einmalig 149 Euro fällig, so Witt. Einer Selbstinstallation erteilte der technische Leiter eine Absage, da man schlechte Erfahrung damit gemacht habe. Die Antenne muss so ausgerichtet sein, dass sie Richtung Wasserturm „blickt“. Ist dies aufgrund von Bebauung nicht möglich, werden von Skytron gegebenenfalls kleine Stationen installiert, die das Signal entsprechend umleiten.
Auch in Neuburg ist eine Station nötig, um das gesamte Ortsgebiet abzudecken. In Berg und Neuburg könnte das Netz Ende April schon stehen. Je Funkzelle werden 200 Mbit/s bereitgestellt. Für Berg plant Skytron erst mal mit zwei bis drei Funkzellen. Bei hohen Kundenzahlen kann die Leistung erhöht werden. Hagenbach wird nicht versorgt, da hier bereits gutes Breitband vorhanden ist.
Der günstigste Monatstarif liegt bei 19,99 Euro bei einer Geschwindigkeit von vier Mbit/s. Ab dem nächsthöheren Tarif (8 Mbit/s und 27,99 Euro) ist eine Flatrate ins deutsche Festnetz enthalten. Alte Rufnummern können jeweils übernommen werden. Die Telefonie erfolgt über Voice-over-IP – also via Internet. Auch sonst sollen alle Programme so funktionieren, wie bei einem kabelgebundenen System. Für Menschen wichtig, die sich von daheim aus in ein Firmennetzwerk einwählen müssen: VPN-Verbindungen sind laut Witt möglich. Als kleine Zugabe gibt es für Kunden die Möglichkeit WLAN rund um Skytron-Verteilerstationen zu nutzen. Hier gibt es eine monatliche Datenbeschränkung. Unternehmen, die eine öffentliche IP-Adresse benötigen, können die Business-Tarife ab 49,95 Euro buchen.
Um Scheibenhardt zu versorgen muss ein Mast gestellt werden, der das Signal vom und zum Berger Wasserturm weiterleitet. Je nach Höhe muss dieser noch genehmigt werden. In Richtung Bienwaldmühle gibt es keine direkte Sichtverbindung, was die Sache schwierig macht. Denkbar wäre laut Witt eine Funkstrecke über französisches Gebiet. Aber hier muss noch geprüft und wohl auch Bürokratie überwunden werden.
Info: www.skytron.de In Neuburg soll am 15. April noch mal eine Infoveranstaltung zum Thema sein. (mb)
Quelle: DIE RHEINPFALZ, Pfälzer Tageblatt - Ausgabe Rheinschiene, Montag, den 18. März 2013