Jodeln auf der Faschings-Alm

Scheibenhardt: Mit „Bauer sucht Frau“ das Publikum für die Fasnacht begeistert – Dazu passend DJ-Ötzi-Einlagen gereicht
lauterpfludde_rp_2013_2_kllauterpfludde_rp_2013_1_klDass auf der Alm pure Lebensfreude herrschen kann, bewies der Faschingsverein die „Lauterpfludde“ am Freitag und Samstag bei ihren bunten Abenden. Nur ein Dutzend Akteure schafften es, das Publikum über vier Stunden mit amüsanten Sketchen, Gesangsparodien und Tänzen zu unterhalten.Alma (Andrea Stahl-Horst) fügte sich als moderierende Kuh hervorragend in die sattgrüne Alm-Kulisse ein, wo sich im Laufe des Abends immer wieder zwei Bergsteiger vor dem „Bienwaldhorn“ fetzten und kabbelten.Die Schauspieler der Bavaria Filmstudios hatten ihre liebe Not mit den Schikanen der gestelzten Regisseurin, die ständig andere Aufführungsarten des Stückes „Bei der Zensi“ verlangte: Beim Drama lagen sich alle heulend in den Armen, im Schnelldurchlauf raste alles über die Bühne, international getrimmt hing die Zensi die Wäsche „online“ und „ohne Worte“ versetzte der Streifen das Publikum in die Stummfilmzeit. Die Zensi in der Bütt erzählte mit gelungener Gesichtsmimik von ihrer Arbeit: „Die Hühner bekommen bei Hitze Eiswürfel, damit sie keine gekochten Eier legen.“Auch für das Auge war einiges geboten: Zwei alte Ladys entpuppten sich als regelrechte Tanzmäuse, die als Felsen getarnten Heinos rappten mit „Schwarzbraun, schwarzbraun“ über die Bühne und die drei „Pfluddemädels“ präsentierten einen Showtanz. Sieben Akteure gaben einen Einblick in das wohl preiswerteste Seniorenheim des Landes: Sie funktionierten nicht nur auf das Kommando der Trillerpfeife, sondern es ging auch äußerst sparsam zu; sogar das Klopapier und das Gurgelwasser wurden weiter gereicht.
Beim Sketch „Mahlzeit“ verlor der Gastgeber seine Beherrschung, weil die Gäste sich zu arg verspäteten: Das eingeladene Ehepaar schaute in die Röhre und der Hund büßte für die abgenagte Gans. Die „wilde Waltraud“ mit üppigem Dirndl war auf Männersuche. Das gut gelaunte Publikum half nicht nur mit seinen Aaa-Tacke-Rufen kräftig mit, sondern schlug auch „Karl“ als den geeigneten Kandidaten vor. Bei einem heftigen wie deftigen Streitgesang, der im Unentschieden endete, bewiesen die Lauterpfludde ihr gesangliches Können. Danach heizte Martina Wagner alias Andrea Berg dem Publikum im Bürgerhaus mit „Berg-Liedern“ ein.
Das Format „Bauer sucht Frau“ durfte bei dem diesjährigen Motto natürlich auch nicht fehlen. Nach einem gleichnamigen Sketch thematisierte das Männerballett die Frauensuche, dieses Mal aber dann musikalisch. Doch weder die erotische Jana noch die ländliche Yvonne punkteten beim Bauer. Er entschied sich für die Heidi und für „Bier trinken bis zum Abwinken“. Mit zwei DJ Ötzis verabschiedeten sich die Aktiven der Lauterpfludde Thomas, Karin, Angelina und Oliver Stephany, Dana und Udo Jung, Franziska Zittel-Reimann und Heiko Reimann, Martina Wagner, Karl Dieter Schmid, Jeanette Memmer, Andrea Stahl-Horst und Dietmar Horst bei der finalen Gipfelparty. (arne)

Quelle: DIE RHEINPFALZ, Pfälzer Tageblatt - Ausgabe Rheinschiene, Dienstag, den 05. Februar 2013