Schnelles Internet – aber nicht für alle

Was Leser ärgert: Bienwaldmühle soll vom schnellen Internet für der Verbandsgemeinde Hagenbach ausgeschlossen werden

Von Marco Jäger

Scheibenhardt: Andreas Hamburger ärgert sich darüber, dass der Scheibenhardter Ortsteil Bienwaldmühle, in dem er wohnt, für ein schnelleres Internet in der Verbandsgemeinde Hagenbach ausgeschlossen wurde.„Technisch gibt es mehrere Möglichkeiten. Man muss sie aber auch wollen.“ Das schreibt Andreas Hamburger in einer E-Mail an die RHEINPFALZ-Redaktion. Soll die Bienwaldmühle von den Vorteilen moderner Technik ausgeschlossen werden?„Ortsbürgermeister Diesel hat mir erklärt, dass die Kosten für den Anschluss von Bienwaldmühle zu hoch seien, obwohl kein Anbieter bisher solche Kosten genannt hat und laut Ausschreibung Bienwaldmühle nicht beboten werden kann,“ so Hamburger weiter. Der geschäftsführende Beamte der Verbandsgemeinde Hagenbach, Holger Zander, bestätigt dies. Der Anschluss dieses Ortsteils würde grob geschätzt 200.000 Euro kosten. Bei einer Höchstgrenze von 500.000 Euro, die gefördert wird, würde dies aber das Budget sprengen. Die Summe wäre nicht zu rechtfertigen, weil sie in Anbetracht der knapp zwei Dutzend Einwohner von Bienwaldmühle unverhältnismäßig hoch sei, so Zander. Zander betont, dass dies von Seiten des Bürgermeisters Edwin Diesel und des Gemeinderates von Anfang an auch so geplant gewesen sei. Trotzdem müsse bei Bienwaldmühle etwas getan werden, so Zander. Die Möglichkeiten müssten geprüft werden. Auch ein Anschluss eines französischen Anbieters, wie es Hamburger in seiner E-Mail vorgeschlagen hatte, sei im Bereich des Möglichen, da man bei den Handynetzen jetzt schon zwischen drei verschiedenen französischen Netzbetreibern wählen kann, während kein deutsches Netz zu empfangen ist. Französische Anbieter könnten sich theoretisch jetzt auch schon melden, was Zander aber bezweifelt. Für einen Anschluss der Bienwaldmühle sei aber eine neue Ausschreibung nötig, das gehe nicht mit der aktuellen, so Zander. Es würde also nicht von heute auf morgen gehen, aber „eine Lösung muss her.“ Hamburger rennt mit seiner Beschwerde also offene Türen ein. Bleibt die Frage: Was kommt hinter den Türen?

Quelle: DIE RHEINPFALZ, Pfälzer Tageblatt - Ausgabe Rheinschiene, Ausgabe: Nr.271; Mittwoch, den 21. November 2012