Eine Kuh gibt Bier statt Milch

Scheibenhardt: „Lauterpfludde” feiern in Dirndl und Lederhosen ein Almabtrieb mit Oktoberfest - Kuh Alma ist selbst gebastelt

Von Arnika Eck

almabtrieb_2012_klDie Grenzgemeinde Scheibenhardt ist immer für eine Überraschung gut. Auch ohne Bergweiden und Kuhherden organisierten einige Aktiven unter der Flagge der „Lauterpfludde” den ersten Almabtrieb vom Zollhausberg. Kuhglocken-Gebimmel und der Defiliermarsch verströmten im Nu die passende Atmosphäre, als sich rund 40 mit Dirndl und Lederhosen bekleideten Personen zum Zollhausberg bewegten. Angelina Stephany mit einer Scherpe mit dem Aufdruck „Zensi 2012” bekleidet, führte mit der schmucken Kuh Alma die Jux-Truppe an. Die „Lauterpfludde”, ist Scheibenhardts Faschingsverein, der 2006 gegründet wurde. Inzwischen ist es Brauch, dass die vier Scheibenhardter Faschingsgruppen nach dem letzten Umzug am Faschingsdienstag in Hagenbach bei ihrem Bürgermeister Edwin Diesel einkehren. „Dort hatten wir die Idee mit dem Almabtrieb mit anschließendem Oktoberfest”, erzählt Dieter Wetzel. Was man dafür braucht, leitete Thomas Stephany in die Wege. Für die Zensi war Tochter Angelina prädestiniert. Ein Alm ähnliches Gefälle fand man zwar höchstens am Zollhausbuckel - aber den „Lauterpfludde” reichte das. Die Planung der Kuh Alma konnte beginnen. Matthias Rinnert, gelernter Schreiner, unterstütze die Truppe. Dennoch verweilte der „Almöhi”, wie sich Thomas Stephany nennt, zahlreiche Stunden beim Fräsen, Leimen, Verschrauben und zuletzt beim kunstvollen Anstrich. Dafür ist Alma eine hübsche Kuh mit einer einmaligen Besonderheit geworden: Aus ihrem Euter kommt nicht Milch, sondern frisches Bier. Das leerte die lustige Gesellschaft nach dem Almabtrieb mit bayrischen Weißwürsten und Brezel. Auch Bürgermeister Edwin Diesel nahm an der Gaudi teil: „Mir ist es ein Anliegen, die Aktiven des Dorfes zusammen zu bringen und zu halten”, sagt Diesel. 
Quelle: DIE RHEINPFALZ, Pfälzer Tageblatt - Ausgabe Rheinschiene, Ausgabe: Nr.242, Mittwoch, den 17. Oktober 2012