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Zwei Gemeinden gründen gemeinsame Dorfzeitung

Scheibenhard(t): „Scheiweda Blättel“ soll über Vergangenheit , Gegenwart und Zukunft der beiden Orte an der Lauter berichten

Von Andreas Betsch

 

die bruecke ueber die Lauter klDas Ziel lautet: Menschen zusammenführen. Menschen aus zwei Orten, die nicht nur der Fluss Lauter trennt, sondern vor allem die Sprache. Die Orte Scheibenhardt (Pfalz) und Scheibenhard (Elsass) wollen eine gemeinsame, zweisprachige Dorfzeitung gründen: das „Scheiweda Blättel“. Am Montag wurden erste Weichen gestellt – Taten sollen spätestens 2018 folgen.

Zwölf Seiten im Format A4. Viermal jährlich. In zwei Sprachen. Ein kleiner Kreis um die beiden Bürgermeister Edwin Diesel (Pfalz) und Francis Joerger (Elsass) stellte am Montagabend in der „Bürgerstube“ erste Weichen für das künftige „Scheiwada Blättel“. Im Jahr 2018 soll es erstmals erscheinen.Was war? Was ist? Was kommt? – drei Fragen, auf die man künftig Antworten geben möchte. Die Geschichte der beiden Orte soll eine große Rolle spielen. Ein Schwerpunkt dabei: Die Jahre bis zur Grenzöffnung. So einige Anekdoten gibt es da. Etwa die: Einwohner von der elsässischen Seite gewannen auf der Kerwe im pfälzischen Teil drei Flaschen Wein. Bei der Rückkehr in die Heimat hätten sie diese aber verzollen müssen. Was taten sie? Sie tranken sie noch auf der Lauterbrücke, jener Brücke also, die heute noch symbolisch für die Trennung steht, gemeinsam aus.

„Es war Liebe auf den ersten Blick“

Gegenüber: Ruth und Karl Wagner aus Scheibenhardt feiern heute Diamantene Hochzeit – Beim Tanzen in Karlsruhe kennengelernt

Von Joachim Paul

 

die gefiel mir klSCHEIBENHARDT. „Es war eine gegenseitige Liebe auf den ersten Blick“, erzählen Ruth (86) und Karl (87) Wagner aus Scheibenhardt. Heute, Mittwoch feiert das Paar seine Diamantene Hochzeit. 60 Jahre sind sie schon verheiratet. Kennengelernt haben sie sich in Karlsruhe.

Es war im damaligen „Café Museum“ Karl, gebürtiger Scheibenhardter, war mit einem Freund mit dem Auto dorthin gefahren. Bei einer Tanzrunde entdeckte er seine zukünftige Frau und beobachtete genau, wo sie sich hinsetzte. „Die gefiel mir. Aber ich muss ihr auch gefallen haben. Als ich sie zum Tanz auffordern wollte, stand sie schon da und wartete wohl auf mich“ erzählt er ganz freudig und Ruth amüsiert sich dabei. Ab diesem Zeitpunkt fuhr er öfter mit seinem Fahrrad nach Karlsruhe – um Ruth zu besuchen.Die in Hirschberg im Riesengebirge im ehemaligen Schlesien geborene junge Frau war eigentlich ganz zufällig nach Karlsruhe gekommen.

Hasenweg-Sanierung beginnt im Herbst

SCHEIBENHARDT: Gemeinderat vergibt Auftrag
Ende Oktober beginnt abschnittsweise die Sanierung des Hasenwegs. Für etwa 520.000 Euro hat der Ortsgemeinderat am Donnerstag dafür den Auftrag für die Straßenarbeiten an eine Firma aus Germersheim vergeben. Außerdem stimmte er zu deren Finanzierung der Aufnahme eines Darlehens zu.Wie berichtet, soll zunächst nur ein erster Bauabschnitt realisiert werden – der zweite Teil erst 2019. Teil eins wiederum wird in kleinere Teilabschnitte unterteilt. Beginn der Arbeiten im Hasenweg, in dem sich unter anderem das Bürgerhaus befindet, soll laut Ortsbürgermeister Edwin Diesel (parteilos) am Montag, 30. Oktober, sein.

Glasfaser kann Gold wert sein

Von Andreas Betsch
Wer hätte das gedacht: Ausgerechnet der kleine Scheibenhardter Ortsteil Bienwaldmühle, dessen Anschluss ans schnelle Internet bisher nicht wirtschaftlich erschien, wird jetzt direkt an die „Datenautobahn“ angeschlossen. Möglich macht dies ein Schweizer Privatinvestor, der im Bau flächendeckender Glasfasernetze seine Chance sieht. Er will in Form von Netznutzungsentgelten, die Internetanbieter an ihn zahlen, Geld verdienen. Angesichts des immer größer werdenden Hungers nach schnellen Surfgeschwindigkeiten ist dies ein kluger Plan. Eine Glasfaser-Infrastruktur kann, wenn die Ansprüche noch größer werden, einmal Gold wert sein. Es ist schade, dass zumindest in der Südpfalz deutsche Firmen das anscheinend nicht bemerkt haben.
 
Quelle: DIE RHEINPFALZ, Pfälzer Tageblatt - Ausgabe Rheinschiene, Mittwoch, den 11. Oktober 2017

Glasfaser lässt auf sich warten

SCHEIBENHARDT: Wegen Bauarbeitermangels kein Termin für Start des schnellen Internets

Das schnelle Internet durch Glasfaserleitungen wird ins Grenzdörfchen kommen – aber wann genau, lässt Investor Rolf Tresch offen. Man suche dringend 20 bis 30 Bauarbeiter für das Verlegen, sagte der Chef der schweizerischen Firma RMT am Montag bei einer Infoveranstaltung in Scheibenhardt. „Der Markt ist wie ausgetrocknet.“
Das Interesse bei den rund 70 Zuhörern im Bürgerhaus war groß. Seit Jahren wollen sie schnelles Internet haben, zuletzt hatten sich viele mit einer Funklösung abgefunden. Zu Jahresbeginn trat aber die schweizerische Firma RMT mit der Gemeinde in Kontakt. Sie erschließt unter anderem Orte in der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern mit Glasfaserleitungen. „Im Moment gibt es kein schnelleres Medium“, warb Tresch dafür. Sein Ziel: Die derzeit bei Schweigen-Rechtenbach befindliche Leitung über Steinfeld in Richtung Bienwaldmühle und Scheibenhardt zu erweitern.In 60 Zentimetern Tiefe sollen später im Ort Leerrohre unter Gehwegen verlegt und darin Glasfaserleitungen eingeblasen werden. Alle Häuser in Scheibenhardt will Treschs Firma mit kostenlosen Glasfaseranschlüssen ausstatten und damit größere Datenübertragungen als mit den bisher vorhandenen Kupferkabeln der Telekom ermöglichen. Aber auch die soll es weiter geben. Man werde nicht gezwungen, den Glasfaseranschluss zu nutzen. Wer dies will, schließt mit dem Anbieter „Lyte“ (www.lyte.net), hinter dem eine Tochterfirma von Tresch steckt, einen Vertrag ab.