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Fest oder kein Fest?

Ausblick 2021: Pläne zu Kindergarten und Brückenfest

Von Andreas Betsch

fest oder kein fest klSCHEIBENHARDT. Der Umbau des Kindergartens, die Möglichkeit von Baumbestattungen auf dem Friedhof, aber auch die Hoffnung, die 25. Auflage des deutsch-französischen Brückenfestes feiern zu können: Der Ausblick von Scheibenhardts Ortsbürgermeister Edwin Diesel (parteilos) hat mehrere Facetten.

Den Grundsatzbeschluss zum Kindergarten-Umbau hat der Ortsgemeinderat im Sommer gefasst: Jetzt gilt es, einen Planer zu finden. „Dann werden wir weiter sehen“, sagt Diesel. Wie der künftige Kindergarten dann aussehen wird, wann und wie lange der Umbau genau vonstatten geht und vor allem was das kostet – darüber wagt er heute noch keine Prognose. Fest steht nur: Eine mittlerweile leerstehende Dachgeschoss-Wohnung in dem Gebäude wird nicht mehr vermietet, sondern künftig in den Kindergarten mit einbezogen. Eigentlich stand das Thema schon letztes Jahr auf Diesels „To Do-Liste“.

Bienwald-Radweg: BUND schaltet Rechnungshof ein

Umweltschützer und Grüne befürworten von der BI Bienwald vorgeschlagene Alternativroute durch den Wald

Scheibenhardt. Die Wiederaufnahme der bald zehn Jahre alten Pläne der Landesregierung für einen Bienwald-Radweg zwischen Steinfeld über Bienwaldmühle nach Scheibenhardt stößt vermehrt auf Widerstand. Der BUND Südpfalz hat jetzt den Landesrechnungshof eingeschaltet.

In seiner Begründung gegenüber dem Rechnungshof verweist BUND-Vorstandsmitglied Ulrich Mohr auf eine mittlerweile acht Jahre alte Stellungnahme. Denn schon 2012 habe der BUND sich gegen das Radwegeprojekt ausgesprochen. „Der Flächenverbrauch, die Versiegelung entsprechen nicht dem Grundsatz des sparsamen Umgangs mit der Fläche und der einzusetzenden Haushaltsmittel“, so der BUND. Eine Versiegelungsbilanz von 2,5 bis 3 Hektar sei nicht zu rechtfertigen – zumal es Alternativen gebe. Der BUND zählt auf: Unter Benutzung der vorhandenen Waldwege ließe sich eine Streckenführung finden, die ohne Begleitung von Straßenlärm viel angenehmer mit dem Fahrrad zu befahren wäre. Dazu hat die BI Bienwald jetzt einen konkreten Vorschlag vorgelegt.

Leserbriefe an die Lokalredaktion Germersheim-Wörth

Total überflüssig

Heute muss ich mal wieder Ihrem Redakteur Herrn Lapos recht geben und seiner Idee zustimmen. Als Läufer und Radfahrer der fast täglich im Bienwald unterwegs ist, bin ich auch der Meinung, dass der parallele Radweg der L545 total überflüssig ist. Es gibt so gute Waldwege die man mit wenig Mitteln ausbauen könnte, kein Baum müsste geschlagen werden.(...)Walter Schimpf, Schaidt

Gut, aber ...

Der Vorschlag wäre nicht schlecht, würden die Waldwege dann auch in einen radgerechten Zustand versetzt. Der Forst hat dazu keine großen Interessen, wahrscheinlich auch kein Geld. Ich denke da an den von der Wegführung sehr guten „Südpfalz Radweg“ von Kandel nach Büchelberg, der auch für den von den Büchelbergern schon lange geforderte Verbindung nach Wörth zum großen Teil ideal wäre. Leider ist der vom Belag mit grobem Schotter alles andere als ein guter Radweg. Auch die Beschilderung ist für Fremde sehr mangelhaft. Die Wegführung durch die zwei Furten in der 2. Allee Richtung Steinfeld finde ich für Radfahrer sehr gewagt. Was von beiden Autoren vergessen wurde, der Weg entlang der Landstraße, ist ja Teil von dem in allen Radkarten ausgezeichneten Deutsch/Französischen-Pamina Lautertalweg und ein Teil der Rheinland-Pfalz-Radroute.

Leserbriefe an die Lokalredaktion Germersheim-Wörth

Bienwald-Radweg

„Entspannt durch den Wald“ Zu „Statt Neubau: Radweg in den Wald“ und „Brücke statt Schneise“, RHEINPFALZ vom Mittwoch: Entlang der Landesstraße 545 von Steinfeld nach Scheibenhardt plant die Mainzer Landesregierung auf 8 Kilometern parallel einen 5 Millionen Euro teuren Radweg und möchte eine 7 Meter breite Schneise durch den Bienwald schlagen. Als Vorsitzende des Pfälzerwald-Vereins aus der Nachbargemeinde Schaidt wurden wir neugierig auf die vom Vorstand der Bürgerinitiative Bienwald, Benno Seebohm, skizzierte Radweg-Alternative quer durch den Bienwald. So machten wir uns mit Skizze und Smartphone am vorletzten Tag des Jahres auf die vorgeschlagene Alternativroute ab dem Steinfelder Kakteenland. Auf den alten Forststraßen mit teils geschotterten stabilem Untergrund fuhren wir durch das Landschafts- und Naturschutzgebiet dem einzigartigen „Bienwaldschwemmfächer“.

Kommentar

Brücke statt Schneise

Von Andreas Lapos 

Wenn das Land unbedingt 5 Millionen Euro für das Radwegenetz im Bienwald ausgeben will, gibt es bessere Möglichkeiten.

Natürlich hat die BI Bienwald recht: Kein Mensch weiß, was die Landesregierung reitet, in einem Wald voller Wege entlang einer Landesstraße eine Schneise für einen Radweg zu schlagen. Das ist einfach Blödsinn. Und beim Brüten über diesem überflüssigen Prestigeprojekt wurde ganz vergessen, was im Bienwald bis heute fehlt: eine Brücke über die Bienwald-B-9 etwa in der Mitte des 15 Kilometer langen Bereichs zwischen Kandel und Scheibenhardt. Und zwar selbstverständlich im Zuge des seit Jahrzehnten überfälligen Radwegs zwischen Büchelberg und Wörth. Diese Brücke wäre ein Gewinn nicht nur für die Büchelberger, sondern für alle Radfahrer, die vom Rhein herkommen. Denn damit wären kürzere Rundfahrten durch den Bienwald über Büchelberg und Scheibenhardt möglich – ohne die B9 überqueren oder gar ein Stück entlang fahren zu müssen. Letzteres ist nämlich nicht nur an Werktagen.

Quelle: RHEINPFALZ, Ausgabe " Germersheimer Rundschau" vom 30.12.2020